28.01.2026
Bereits Ende 2025 haben wir die damalige Preisentwicklung bei Speichern und CPUs beleuchtet. Aufgrund der hohen Dynamik und der sich stetig verschärfenden Marktlage möchten wir das Thema an dieser Stelle erneut aufgreifen.
Die zentrale Ursache für die Preisproblematik ist ein Ungleichgewicht zwischen stark steigender Nachfrage und einem enger werdenden Angebot.
Anstieg der Nachfrage durch neue Workloads
Innovative Anwendungen wie künstliche Intelligenz, große Datenbanken und Cloud-Workloads benötigen riesige Mengen an Arbeitsspeicher. Diese Trends ziehen nicht nur die Nachfrage für High-End-Komponenten an, sondern belasten auch den Markt für Standard-DDR5-Module. Gleichzeitig werden immer mehr Systeme auf DDR5-Speicher umgestellt, was die Nachfrage weiter ankurbelt.
Kapazitätsverschiebungen bei Herstellern
Große Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix oder Micron setzen einen größeren Teil ihrer Produktionskapazitäten für High-Performance-Memory und neuere Speicherarchitekturen, wie DDR5 ein. Ein klassischer DDR4 RAM, wie wir ihn noch in einigen Produkten verbauen, steht dadurch wesentlich weniger zur Verfügung.
Zyklische Produktionsprobleme
Auch bei CPUs sorgen Lieferengpässe und Priorisierungen in der Fertigung für Preisdruck: Moderne Chips werden bevorzugt für servernahe Plattformen produziert, was ältere Embedded- oder Client CPUs vermehrt auf den zweiten oder dritten Rang der Wichtigkeit versetzt.
Die Preisbewegungen der letzten Monate sind dramatisch, insbesondere bei Arbeitsspeichern:
Die Prognosen für 2026 gehen davon aus, dass sich der Markt auf einem erhöhten Preisniveau stabilisiert, bevor mittelfristig leichte Preissenkungen eintreten könnten. Quelle: ipc2u.de
Die Preisveränderungen betreffen besonders Industriekunden, die auf langlebige Hardware und stabile Betriebskosten angewiesen sind.
Erschwerte Kostenplanung
Höhere Komponentenkosten führen unweigerlich zu teureren Endprodukten. In vielen Industriezweigen bedeutet das, dass Projekte mit langfristigen Hardware-Investitionen deutlich teurer werden als ursprünglich geplant.
Beschaffung wird auch strategisch komplexer
Die schwankenden Preise erschweren nicht nur die Projektplanung, sondern auch die Ersatzteilplanung. Viele Unternehmen fühlen sich gezwungen, ihre Lager so gut wie möglich aufzustocken oder langfristige Lieferverträge abzuschließen, um die Preisschwankungen etwas zu umgehen.
Technische Einschränkungen
Industrie-PCs sind meist auf bestimmte Standards ausgelegt, um möglichst einheitlich und trotzdem flexibel zu bleiben. Viele ältere Systeme lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf DDR5 Speicher und/oder neuere CPUs umrüsten, da Schnittstellen nicht kompatibel oder die Komponenten gar aufgelötet sind. Das bedeutet (auch für uns): Solange DDR4 Speicher verfügbar sind, müssen sie weiterhin gekauft werden, auch wenn sie teurer werden.
Durch frühzeitige Vorbestellung der kritischen CPUs und RAM-Riegel versuchen wir im Voraus Kontingente für unsere Kunden zu sichern. Auch setzen wir auf Alternativquellen, um Ausfallrisiken bei Engpässen zu reduzieren und die Nachfrage bestmöglich zu decken.
Gleichzeitig testen wir bereits Ersatzplattformen, etwa mit ARM- oder AMD-Prozessoren, damit wir bei dauerhaften Engpässen alternative Systeme anbieten können. Unsere langjährigen Distributionspartner unterstützen uns dabei, feste Mengen zu sichern. Durch enge Zusammenarbeit und Planung optimieren wir unsere Lagerbestände.
Langfristig treiben wir die Umstellung auf neue Plattformen voran. Aktuell entwickeln wir Nachfolge-Produkte mit DDR5-Unterstützung und modernisierten Chipsätzen. Ziel ist es, unsere Produktpalette so auszubauen, dass künftige Engpässe abgemildert werden.
Durch aktives Risikomanagement und enge Kundenbetreuung sorgen wir dafür, dass Ihre Projekte möglichst reibungslos weiterlaufen können. Trotz alledem, kommen auch wir nicht um die Preiserhöhungen herum. Aktuell passen wir unsere Preise regelmäßig – je nach Beschaffungskosten der Komponenten an.
Die Speicher- und CPU-Preiskrise ist kein temporäres Ereignis, sondern Ausdruck struktureller Verschiebungen im globalen Technikmarkt. Die neuen Nachfrage-Sektoren treiben den Bedarf in ungeahnte Höhen und die Kompatibilitätsanforderungen erschweren schnelle technische Alternativen. Für den B2B-Markt bedeutet das: höhere Preise, komplexere Planung und strategischere Beschaffungsentscheidungen werden nötig. Unternehmen, die ihre Hardware-Strategie frühzeitig angepasst haben und ihre Beschaffungsprozesse bereits optimiert haben, konnten sich hier einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Welche der spo-comm Mini-PCs bei Speichern und CPUs betroffen sind, haben wir bereits im ersten Artikel zum Thema aufgelistet. Bei Fragen zum Thema zögern sie nicht, uns zu kontaktieren:
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